Zwischen Anspruch und Realität: Wie innovativ sind deutsche Verlage wirklich?
Über 70 % der Innovationsvorhaben in der Verlagsbranche scheitern.
Viele Verlage stehen vor der gleichen Frage: Wie lassen sich Ideen systematisch in tragfähige Geschäftsmodelle überführen?
Die Argestes Innovationsstudie ist aus der Beobachtung entstanden, dass fehlendes oder unzureichend gesteuertes Innovationsmanagement Geschäftsmodelle zunehmend unter Druck setzt. Ziel unserer Studie ist es, den Status quo sichtbar zu machen und die Faktoren herauszuarbeiten, die für die technische, wirtschaftliche und organisatorische Zukunftsfähigkeit von Verlagen entscheidend sind.
Innovationsmanagement in Verlagen: Hohe Relevanz, geringe Umsetzungstiefe
Die Argestes Innovationsstudie zeigt ein klares Bild: Innovation gilt branchenweit als erfolgskritisch, wird in der Praxis jedoch nur begrenzt umgesetzt.
80 % der befragten Führungskräfte messen Innovationsmanagement eine zentrale Bedeutung für den Unternehmenserfolg bei. Gleichzeitig investieren über 70 % der Verlage weniger als 5 % ihres Umsatzes in Innovationen. Eigene Innovationsabteilungen sind selten, Zuständigkeiten meist dezentral oder an Einzelpersonen gebunden. Verbindliche Prozesse, KPIs und klare Strukturen fehlen häufig.
Methodisch besteht ebenfalls eine Lücke: Design Thinking und Business Model Generation sind bekannt, werden jedoch selten systematisch eingesetzt. Strategisch tiefergehende Methoden spielen kaum eine Rolle. Innovationsarbeit erfolgt überwiegend intuitiv, erfahrungsbasiert und projektgetrieben.
Kooperationen mit externen Partnern sind verbreitet, dienen jedoch meist dem punktuellen Zugang zu Wissen und Impulsen. Strategische Co-Creation-Ansätze bleiben die Ausnahme. Künstliche Intelligenz wird mehrheitlich als wichtig eingeschätzt, aktuell jedoch vor allem zur Effizienzsteigerung bestehender Produkte und Prozesse genutzt.
Als größte Innovationshemmnisse nennen die Unternehmen finanzielle Einschränkungen, kulturelle Widerstände und organisatorische Hürden. Führungskräfte haben eine Schlüsselrolle, doch es fehlen häufig Zeit, Budgets und institutionelle Absicherung.